"2000 Jahre Varusschlacht"         

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Institut für Germanische Geschichte und Sprachforschung

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Die „Senner“ und „Dülmener“
Roms Pferde in Germanien

  Die Reiterei war eine der Hauptstützen des römischen Vormarsches und bildete als Ein- und Umschlußkraft für die Verfolgung von Feinden einen nicht zu unterschätzenden Faktor römischer Kriegsführung. Keinen Feind lebend vom Feld zu lassen und mittels der Abschreckung und des Horrors zu wirken, war die primäre Aufgabe der Reiter. Auch dazu dienten die Reitermasken, wie sie in Kalkriese gefunden wurde. Kälte und Unbeweglichkeit zu demonstrieren, die eine Ausklammerung der Menschlichkeit durch die Maske bedeutete, verbesserte die Wirkung dieses Truppenteils.
In den Landschaften des germanischen Raumes aber konnten diese Kräfte nicht wie in gewohnter Weise zur Entfaltung gebracht werden, so daß ihr Einsatz eher als problematisch denn erfolgversprechend angesehen werden muß.
Die Sumpf- und Waldzonen, vor allem im Aufmarschraum der Römer gegen die germanischen Völker in Westphalian, bildeten gerade für Pferde mit ihren kleinen Hufflächen größte Probleme.
In den „Siek-Zungen“ wie in den direkten Mooren, den Bach- und Flußzonen und ihren ausufernden Randbereichen waren die Reitereinheiten geradezu wertlos. Deutlich wird diese Situation für den Raum um „Holthausen“ (Borgholzhausen), wie in den weiteren „Germanischen Limesbereichen“ des „Osning“, in dessen Durchgängen die Reiterei gar keine Wirkung erzielen konnte! Sie war zur Passivität verurteilt und stand nutzlos im Rückraum der Kampfbereiche. In den engen Bereichen mußten die Reitereien sogar zurückgehalten werden, um nicht die eigenen Fußvölker zu gefährden. Erst nach gewünschtem Durchbruch der Wehren konnten sie in Folge im Hinterland zum Einsatz gebracht werden, wie es Germanicus im Jahre 16 offenbar selbst betrieb. Die „Germanischen -“ stellen neben den „Römischen Quellen“ heraus, daß er unabhängig vom Gesamtheer operierte und die Schlagkraft der Reiterei mittels ihres Tempos in die Fläche aufgefächert führte.

  Im Bd. II beschrieb ich bereits die Verhältnisse um die römischen Reiterstandorte im vornehmlich rechtsrheinischen Raum. Ihre Ein- und Anbindungen an die römischen Hauptstandorte und die sich immer weiter spezialisierenden Antworten auf die Kriegszusammenhänge des germanischen Raumes wurden dadurch möglich und bedeutsam.
Für die Abwehrkämpfe der Germanen mit den Römern im Raum {Westphalian} finden wir oberflächlich mehr als zehn Kampforte speziell mit römischen Reitereinheiten deutlich genannt, - darunter auch: „Ale-Werfen“ (Untergang der Reiterei des Varus) bei Bünde.
An weiteren Orten wie „Albaum“ (Sauerland) oder dem „Albäumle“ (bei Aalen, Baden Württemberg) machten die Germanen regelrecht Jagd auf die römischen Reitereien, die mit „Bäumen“ (aufgerichteten Pfählen) „eingegaddert“ und damit hilflos wurden („Gadderbaum“ (BI)). Das sich aufbäumende Pferd stellt seine gesprochene Analogie dazu:
Das Pferd bäumt sich vor den „Bäumen“, wenn es in einen vergatterten Hinterhalt gerät und nicht springen will oder kann. Es verweigert sich = {refuse}Hd. → {fuse}6 =  1. Zünder
                                                                                                  2. Zünder anbringen
                                                                                  {fusil}5  =  2. Massenerschießung
                                                                                                    3. Hagel  (Stein)  Flut
                                                                                                    4. beschießen
Die Verweigerung des Pferdes bedeutet den nicht erzielten Durchbruch, den ein Zünder, als Feuer („fu“) im Frontabschnitt einer Wehr bringt. Für den spanischen Raum der Normannenkriege gegen die Mauren waren dies die spanischen  „Picador“ = {pick a dor}, hier die schweren normannischen Lanzenreiter, die gegen und in die maurischen Reihen eine Bresche ritten und damit das Heer zum Sieg führten.
(span. picar = stechen)
In die Öffnung der feindlichen Reihen strömte das Fußvolk nach und versuchte nun die entstehenden Flanken zu umfassen.
Doch im {refuse} bäumte sich das Pferd vor den Bäumen auf, verweigerte sich und alles endete im Hagel der Geschosse {fusil}3.
{fusil} → {fuss}{[f
Λ s]}    «Faß »: Im Faß der „Barrikade“ → fr. „barrique“ (Aus der „Lex Hare“)
(Dazu der Name: „Faßbrink“ GQB = „Germanischen Quellen“ GQ + „Bestiarium“B → z.Z. dazu über 100 schildernde NamenGQB  „Germ. Limes“)
In derartigen Situationen gingen nicht nur die römischen Reitereien unter „Aleraft“ (Nordsauerland) → {riff raff} = „Pöbel, Gesindel“, sondern auch eine große Anzahl an Pferden ab und verschwanden in den Umgegenden dieser Kampfzonen.
Es entstanden hier die sogenannten „Wildpferdbahnen“!
Daß es sich nicht um „Wildpferde“ handelt, die wir in den noch zwei letzten lebenden Rassen vorfinden, zeigten bisher bereits die vorliegenden Farbschläge und nun zusätzlich die vorliegenden genetischen Untersuchungen dieser Tiere.

  Zwei Bahnen haben überdauert!
Zwei „Wildpferdbahnen“, von den einmal existierenden „Bahnen“ sind heute noch erhalten. Dabei handelt es sich um die a.) „Dülmener-“ und die b.) „Senner-Pferde“. In den genetischen Untersuchungszusammenhängen, wie sie sich aus der Zeit 1995 beginnend darstellen, finden sich nicht nur Klärungen zoologischer Dimension, sondern gänzlich neue Einsichten und Bestätigungen geschichtlicher Thesen. Man sollte annehmen, daß derartige Ergebnisse die Fachwelt und die Forschungen beeinflußten, - doch weit gefehlt. Die Ergebnisse dieser Forschungen stehen ebenfalls gegen die bisherigen Auffassungen einer römischen Heilssicht und stellen keine Hilfe einer ideologisch verrannten Situation um die Germanen in den Deutschen Landen dar!
Dazu „St. Georg“ 9 / 2002 (Pferdezeitung): „Was das Mongolische Wildpferd angeht, ... ist bereits seit 1995 … klar, daß es die Rolle als alleiniger Vorfahre der Hauspferde nicht gespielt hat – eine Tatsache, die weitgehend ignoriert wurde.“
Doch die Ergebnisse und ihre daraus erwachsenden Folgen reichen viel weiter als bisher registriert wurde und in der Reiterzeitung beklagt wird! Ganz gleich in welchen Zusammenhängen, - ob zoologisch oder historisch. Die nun möglichen Schlußfolgerungen werfen in Kombination mit den „Germanischen Quellen“ und selbst der Archäologie! einiges von Bord, was bisher als unumstößlich gedacht war und woran verbissen festgehalten wird. Hier liegt ein {refuse} vor, das sich noch als bitterlich erweisen wird.

  Von der DNA zum +
Für die noch lebenden Tiere der beiden uns verbleibenden und genannten „Rassen“ liegen folgende genetische Ergebnisse vor:

  „Hardy Oelke“, „Thomas Jansen“ und „Wolfgang Schulte“
Die drei Wissenschaftler haben in ihren Genuntersuchungen für Überraschungen gesorgt.
Wie war die bisherige Meinung um die Herkunft des Pferdes?
Bisher waren die meisten Zoologen davon ausgegangen, daß alle Hauspferde vom „Przewalski-Pferd“ abstammten.
Vertreter einer anderen These gingen von unterschiedlichen nacheiszeitlichen Wildpferdunterarten aus, konnten aber diese These nicht belegen.

  Seit 1995 hat sich das Bild nicht nur verändert, es hat sich geklärt!
Mit Hilfe von DNA-Untersuchungen haben die oben genannten Wissenschaftler nicht nur eine Vorstellung der Zoologen korrigiert, sondern auch den Raum der Geschichte vergrößert!
Mit Haarwurzelproben von zunächst 60 Pferden unterschiedlichster Herkünfte begannen die Unter­suchungen. Es erschienen Gen-Muster verschiedenster Form, die zunächst für eine Reihe von „Mustangs“, im internen Rassevergleich für eine Überraschung sorgten. Bei den untersuchten Rassevertretern (Mustangs) konnten einzelne Tiere zunächst keiner europäischen Vergleichsrasse zugeordnet werden.
Dabei war hier die historische Besonderheit des spanischen Pferdeeinsatzes bei der Eroberung der „Neuen Welt“ der Ausgangshintergrund dieser Betrachtung und ihrer Fragestellungen.
Weil die untersuchten Mutterlinien* dieser Pferderasse keine Vergleichbarkeit zuließ, begannen die Forscher ihren Untersuchungsumfang zu vergrößern.
*(Diese U-Methode wird zu einem späteren Zeitpunkt unten ausführlich Erklärung und Vorstellung finden.)

  318 Pferde aus 25 europäischen und orientalischen Rassen stammend wurden nun miteinander verglichen. Darunter waren: „Andalusier, Lusitanos, Senner, Dülmener, Rottaler, Noriker, Rheinisch-Deutsche Kaltblüter, Shire Horses, Araber, Berber, Norweger und Exmoor Ponys“, sowie die nordamerikanischen Mustangs. Damit schwoll die Menge der auswertbaren Pferde auf ein Datenmaterial von 652 Proben an.
Darunter waren sogar archäologische Bodenfunde aus Permafrostbereichen Skandinaviens und der Mongolei.
Die Auswertung der Daten ergab eine unerwartet hohe Anzahl derart verschiedener Muster, daß es u. a. dafür nicht mehr die Erklärung einer einzigen „Wildpferd“ Population hätte geben können!
An Stelle weniger zunächst vermuteter oder zu erwartender Muster fanden die Forscher 93 solcher Marker. Auf der Grundlage dieser Muster (sie ließen sich auf 17 sogenannte „Knoten“ zentrieren), entwickelten die drei Forscher eine Art „Stammbaum“ der untersuchten Tiere. Damit wurde ein Abgleich der Rassen gegeneinander möglich.
Das bedeutete, daß Pferde mit gleichen Knoten oder einem Anteil von ihnen gleiche Vorfahren aufwiesen und damit einander in ihrem Verwandtschaftsgrad zuzuordnen waren.
Man fand ferner heraus, daß 77 von den 93 Mustern aus der Zeit vor der letzten Eiszeit, also 11.400 stammten. Die Knoten konnten zudem Vergleichsräumen zugeordnet werden und damit lokale Auskünfte um die Herkunft von Tieren geben.

  Einige Details:
- Für die Ponyrassen stellte sich darum ein gemeinsamer Ursprung heraus.
- Das gilt auch für die südiberischen und nordwestafrikanischen Pferde. (Lusitanos, Andalusier und marokkanische Berber).
- Dagegen wurde auch deutlich, daß die „Araber“ mit den „Berbern“ keinerlei Verwandtschaft verbindet.
- Die „Araber“ tragen selbst kein einheitliches Muster.
- Erstaunlich wurde es bei den Dülmenern! 9 von 10 untersuchten Tieren besaßen dasselbe Muster wie die „Iberer und Berber“. („Auch in dem Norweger „Djoran“* fanden die Forscher „iberisch-berberische“ Muster.“ „St. Georg“) *(„Djoran“ =  „Der, der die Tür sprengt!“ (Siehe oben! Übersetzung nach der „Lex Hare“)

  Das „Senner-Pferd“
So gehen die Aussagen über die gesamten Untersuchungstiere. Doch eines der entscheidendsten Ergebnisse lieferte das „Senner-Pferd“ und verblüffte die Forscher erneut:

  „Daß das Senner-Muster fast gar nicht in andern Rassen gefunden werden kann, hat niemand erwartet (St. Georg).“ 
Dazu wird „Thomas Jansen“ konkret: „Darüber hinaus können wir zeigen, daß die Gruppe, welche von den „Sennern“ dominiert wird, wahrscheinlich seit 2000 Jahren eine von allen anderen Pferden abgetrennte Population ist.“ (Th. Jansen  „Genetische Untersuchungen zum Ursprung der Stutenlinien von „Sennern“ und „Dülmenern“)

  An dieser Stelle werden darum die Kontexte unserer sogenannten „Wildpferd-Bahnen“ bedeutsam!
Sieben solcher Bahnen sind mir bisher bekannt und ich bezeichne sie wie folgt als die: „Duisburger-Bahn“, „Emscher-Bahn“ („Emscher-Dickköppe“), „Dülmener Wildpferde““, „Arnsberger-Bahn“, „Ahauser-Bahn“, „Mittelems-Bahn“ und die „Senner-Bahn“.

  Wichtig! Nur dieser Raum {Westphalian} trug und trägt derartige Pferde-Bahnen!

In:
a.) zunächst Deutschland (wie in Frankreich in der „Camargue“ und in Spanien in den „Sorraias“)
b.) dieser Dichte (in mindestens 7 Bahnen) und
c.) in einer solch genetischen Vielfalt.
                  (Dülmener, Senner und Dickköppe; sie sind alle unterscheidungsstark!)

  Wie kann diese Besonderheit ihre Erklärung finden?
In Wetsphalian fanden über die gesamte Zeit römischer Präsenz am Niederrhein massive Kämpfe und Kampfhandlungen mit den römischen Reitereien und Heeren statt. Wie die „Germanischen -“ nennen auch die „Römischen Quellen“ die kunterbunten Einheiten der Römer, die sicherlich ihre eigenen Pferde führten.
Diese wurden ins Land geschickt, um es mit Zerstörung zu überziehen. Deshalb waren die vordersten Aufmarschgebiete (Westphalians) über Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte kaum besiedelbar. Die römischen Terrorangriffe ließen keine Zivilisation zu, so daß „Engern“ entstand, als das Gebiet in dem die „Raven“ („Ravensberger Land“) zusammengeschoben lebten. (Raben) ff. Hd.
So hatten die Germanen ihr Siedlungsland unerreichbar vor Augen
1 und unerreichbar blieb es umgekehrt auch für die Römer. Diese vermochten nicht ihre verlorenen und abgegangenen Pferde einzufangen und zurückzuführen, weil die Germanen ihrerseits diese Räume militärisch durchstreiften, kontrollierten und ihnen unablässig zusetzten.
Die Reitereien aus den unterschiedlichsten Reichsgebieten Roms wurden verlegt, durch andere Völker und deren Pferden aufgefüllt und wieder ersetzt. So entstanden diese Inseln unterschiedlichster Couleur:

  Orte, die nach Auseinandersetzungen mit römischen Reitereinheiten Kampfnamen und „Wildpferd“ - Bahnen führten und „führen“.
Die „Alestätten“, wie „Al-raft“, „Albaum“ (dazu: Albäumle, Baden Württemberg, beim Reiterkastell: Aalen), wie „Ale-Werfen“ und anderes stehen unmittelbar in räumlicher Korrelation mit den Bahnen. Diese Orte geben uns auch an, wie wir diesen Abwehrkampf denken müssen und wie er praktiziert wurde.

  Die römischen Reste
Gäbe es nicht die privaten Anstrengungen ihrer Halter und Besitzer, - Deutschland hätte diesen Schätze längst verloren!

  Die „Emscher - Dickköppe“:
Im Pferdemuseum zu Münster (Zoo) steht das einzige noch existierende ausgestopfte Exemplar dieser Rasse. Eine genetische Untersuchung liegt noch nicht vor, ist aber geplant.

  Die Dülmener Pferde:
Für die „Dülmener Pferde ist von Interesse, daß ihr Ursprung auf Spanien und Nordafrika gelegt werden kann. Für das Jahr 15 wissen wir von Tacitus, daß Gallien keine Pferde für den Kriegsdienst der Römer mehr aufbieten konnten und diese von weiter her geholt werden mußten. Das Vorkommen der Kampforte liegt zudem im Reitertagesritt-Radius um Xanten, gleich den nächsten von mir in diesem Zusammenhang vorgestellten Reiterkampforten (Ahaus, Emscher – auf der Karte 1 des Bd. II).

  Die Senner Pferde, die älteste Pferderasse des Deutschsprachigen Raumes:
Dieses aus der „Senne“ („Detmold“ - „Paderborn“) stammende Pferd ist eine Besonderheit. Die genetische Einzigartigkeit stellt es in eine derartige Position. Dazu kommt die Berechnung seiner isolierten Anlage (Jansen)!
„Als im 9. Jahrhundert die Sachsen den Franken erlagen, mußten sie diesen einen jährlichen Tribut von einigen hundert Pferden geben, …
Die erste Urkunde aus dem Jahre 1160 besagt, daß der Bischof von Paderborn den dritten Teil seiner wilden Stuten auf der Senne dem Kloster Herdehausen bei Warburg schenkte.
Im 10. und in den darauf folgenden Jahrhunderten kamen die edlen Herren zur Lippe auf beiden Seiten des Teutoburger Waldes zu ausgedehntem Besitz. Sie sollen aus den Kreuzzügen besonders schöne Zuchthengste heimgebracht haben. Das Einführen von Stuten ist zu allen Zeiten untauglich gewesen, da die das harte Leben auf der Senne ungewöhnten bald eingingen.“
(„Aus der Vergangenheit des Sennergestüts“ Wolfgang von Unger 1918; aus:
„Die Senner“ von Karl-Ludwig Lackner)

  Was sagen uns diese Hinweise?
Die Stuten, um deren Untersuchung es hier geht, sind älter als die Kreuzzüge, die immer wieder als Ursprung der „Senner-Pferderasse“ vermutet werden. Zudem war die Qualität dieser heute noch hervorragenden sächsischen Tiere bereits vor 1000 Jahren anerkannt.
Die von Jansen berechnete 2000 Jahre währende Isolation der Sennerstuten von anderen Rassen beschreibt ein weiteres Indiz, das diese Aussage der Varuszusammenhänge stützt.
Daß diese Pferde nicht immer nur die heutige Senne (Sandzone vor dem „Teuto-“) besiedelten, gibt uns zudem ein Heimatroman des 19. Jh. an, in dem (für den Raum Herford), aus einem Fenster blickend, der Vorbeizug von „Sennern“ genannt wird. Damit wird die „Bahn“ der „Senner auf ein Umland von ca. 40 km Radius erweitert und direkt bis zum Ort: „Ale-Werfen“ bestimmt.
Die vom Schlachtort des Varus entflohenen Reitereien der Römer sind auf  Melle fliehend auszumachen und werden eine Reihe ausgewählter Personen dargestellt haben. Varus wird seine Pferde im vollen Bewußtsein der Lage jenen überlassen haben, deren Leben ihm etwas bedeuteten und die ihm nahe standen.
Daß diese es nicht schaffen würden „Aliso“, „Haltern“ oder „Vetera“ zu erreichen war nicht ausgemacht!
So flohen die römischen Reiterverbände aus dem Raum Espelkamp (Espen-Kamp). Die {aspe}(Baum, dessen Laub ohne Wind zittert) steht für den Kampfort der römischen Angst und für den germanischen Eifer. Von hier aus begann die Odyssee der Verlorenen, bis nahe der Städten Herford und Bünde. An der „Else“ und ihrem ersten möglichen Übergang liegt der Ort „Ale-Werfen“. Hier können wir  neben weiteren Flurbezeichnungen ablesen, daß es östlich des „Hücker Moores“ bei der Else-Überquerung zu diesem „Werfen“ der „Alae“ kam. Ein römischer Goldmünzenfund an der Stelle des Übergangs der „Else“ unterstreicht zusätzlich die Elite der römischen Reiterei. Das Ende ereilte die Berittenen im nächsten Umfeld des Übergangs.
Tiberius war im Jahre 12 oder 13 mit großer Sicherheit an diesem Platz, um die betrauerten Söhne Roms zu ehren und zu rächen.
Der Osningdurchgang „Bielefeld“ stellt auf diesen Ort mittels seiner Fluren ein dichtes Bild des römischen Vorgehens und der germanischen Abwehr dar.
Auf die andere Bergseite des „Wiehengebirges“ nach „Niedersachsen“, der Raum der Varusschlacht, vermochte er aber nicht vorzudringen. Auch deshalb erhielt Germanicus im Jahre 15 diesen, wie auch andere Befehle aus Rom, die Bergung der Toten nun aus anderer, aus nördlicher Richtung nachzuholen.
Das Jahr 16 zeigt zudem die Beteiligung römischer Eliten am Nordzug über Minden und damit ebenfalls die Kenntnis der Aktionen von Seiten Tiberius.
Junkelmann spricht in seinen Arbeiten über die römische Reiterei und Pferdezucht bereits von Stockmaßen von 165 bis 170 cm, wie wir sie heute bei unseren Reitpferden finden. Dazu werden die germanischen Reitereien wie die Bogenschützen von den Römern als minderwertig und ineffektiv bezeichnet. Folglich können derart gute Pferde, wie sie die Senner darstellten und darstellen, nicht vor den Römern in diesem Land gewesen sein.

  Die Senner und ein fernes Land
Daß die Senner-Stutenlinie keinen Vergleich bei europäischen Pferden findet erscheint, unter den Varuszusammenhängen und dem damit verbundenen Zeithorizont mehr als erklärlich, wenn wir erinnern:
-          Varus war aus Syrien abkommandiert worden
-          Er hatte sicherlich einen eigenen und umfangreicheren Reitstall als „Caecina“ besessen!
-          Er wird zudem nur edelste Tiere geführt haben
-          Tacitus beschreibt „Caecina“ und dessen Umgang mit seinen Pferden. „Caecina“ hielt die Tiere bis zuletzt aus den Kämpfen des Jahres 15 heraus und erst als ein erneuter Untergang drohte läßt er die Pferde für den Kampf zu!

Woher stammen die Gene?
Wir erinnern, -
es gibt keine Übereinstimmung der genetischen Marker der „Senner“ mit den „Arabern“ oder mit anderen europäischen Pferderassen.
Demnach müssen die Pferde von noch weiter her stammen als es der Raum der „Araber“ bis zum Kaspischen Meer vorgibt!
Dahinter liegt „nur“ noch der Iran, bzw. Pakistan oder Indien.
Handel und Wandel aber auch Kriege in der vorrömischen Zeit kommen darum in Betracht.
Sollte vielleicht „Alexander der Große“ mit seinen Ostzügen und den darum erhaltenen Geschenken Pate des „Senners“ sein und Varus diese Pferde in seinen Besitz gebracht haben und …?
Eine Untersuchung der Pferdebestände besagter Räume könnte klären, was die Gengrundlagen leisten können! Zeitpunkte und Räume zu ermitteln die für Verwandtschaftsgrade nötig und möglich wären!
Thomas Jansen könnte nachweisen mit welcher Rasse die „Senner“ im vorderindischen Raum verwandt sind und, - wann es zur Trennung der heute vorliegenden Populationen kam.
2400 Jahre müßte das Ergebnis lauten, wenn wir auf die Spuren Alexanders stoßen wollten.

  ebd.

1  An dieser Stelle, wie an vielen weiteren wird die Einstellung der meisten Archäologen gegenüber den germanischen Völkern deutlich. Fehlender Überblick der germanisch-römischen Situationen und mangelndes Interesse an Kontexten erklären die Situation.
Schlimm daran ist, daß man den interessierten Mitbürgern Kontexte vorenthält und keinerlei Einsatz darum zeigt.
Dabei wird es mehr als bedauerlich, daß Ergebnisse aus dem Römerlager nicht entfaltet werden können und damit in wesentlichen Feldern  sinnlos bleiben.
Bereits im Juli 2002 findet sich  ein Zeitungsartikel des „Haller Kreisblattes“ (Lokal-Zeitung) und führt dieses Dilemma an dieser Stelle aus!
Uns begegnet in der Archäologie ein {refuse}, das am Ende zu einem Verlust des wissenschaftlichen Anschlusses  führt. 

Dazu:

  Das „Haller Kreisblatt“:
„Spätrömische Gründerjahre
Die Jahrzehnte nach der Varusschlacht bescherten OWL einen Siedlungsboom“

  Herford, Zwischen dem Teuto und Wiehengebirge kommen immer mehr Siedlungen aus spätrömischer Kaiserzeit ans Licht. Gleich sechs zuvor unbekannte Standorte haben Bielefelder archäologen jetzt ausgegraben. Sie zeigen, daß die Jahrzehnte nach der Varusschlacht (9. n. Chr.) der Region OWL einen wahren Siedlungsboom bescherten.

Nach dem Abzug der römischen Truppen rodeten bäuerliche Germanen vielerorts Land, legten Äcker an, züchteten Vieh und bauten Häuser. „Leider wissen wir noch nicht, wo sie herkommen“, sagt Dr. Werner Best vom Westfälischen Museum für Archäologie.

In Enger-Belke-Steinbeck … Kirchlengern … Bielefeld-Sieker … Hüllhorst … Enger-Siele (usw.) ….

Bis auf Sieker wurden alle Hofstellen im 4. Jahrhundert wieder aufgegeben – zeitgleich mit dem Zusammenbruch des römischen Reiches: Es lockten die von den Römern verlassenen blühenden Landschaften jenseits des Rheins.
Doch immer noch geben die Ostwestfalen der ersten Jahrhunderte unserer Zeitrechnung Rätsel auf. „Die Häufungen der Fundstätten im Ravensberger Hügelland gibt uns die Möglichkeit, über Einzelobjekte hinaus regionale Zusammenhänge zu untersuchen“, stellte Werner Best fest.
Dabei müßten auch Informationen über die Umweltbedingungen …“ usw.

  Wichtig sind zwei Funde, die auf Fotos zum Artikel abgebildet vorliegen.

  1. Ein „Vogelkopf“ (Stopfen eines Tongefäßes)
  2. Ein „Eberkopf“ (beides von vor 2000 Jahren)

  Kommentar zum Artikel:

Wie Sie liebe Leserin, lieber Leser auch hier erkennen können, findet sich bei allem Lob um die Fakten des Erzielten kaum noch die Möglichkeit einer solchen Fortführung.
Vier Jahre liegt nun dieses Ergebnis vor und …?

  Es heißt lapidar „Spätrömische Gründerjahre“ und:
„Die Jahrzehnte nach der Varusschlacht bescherten OWL einen Siedlungsboom“

  Zunächst zu „Gründerjahre“ und „Siedlungsboom“!
Vielleicht wird den Archäologen an irgend einer Stelle, zu irgend einem Zeitpunkt einmal klar! daß es sich um „Elendsgründungen“ oder „Notgründungen“ gehandelt hatte!

  „„Leider wissen wir noch nicht, wo sie herkommen“, sagt Dr. Werner Best vom Westfälischen Museum für Archäologie.“
Wo die Menschen wohl herkamen und warum sie wieder fortzogen als die Römer „vertrieben“ waren:

„Bis auf Sieker wurden alle Hofstellen im 4. Jahrhundert wieder aufgegeben – zeitgleich mit dem Zusammenbruch des römischen Reiches: Es lockten die von den Römern verlassenen blühenden Landschaften jenseits des Rheins.“

Der SPIEGEL beantwortet prophetisch diese Fragen und im „Germanischen Limes“ (Abwehrlinie des „Teuto, der Melle-Osnabrück-Linie und des Wiehengebirges“) liegen diese Fragen nicht nur gelöst sondern erweitert behandelt vor.
Im oben vorliegenden Beitrag um die Pferde Westphalians etc. wird das Elend der vertriebenen und Geschändeten breitest eröffnet. Gott sei Dank wird zumindest von „bäuerlichen Germanen“ gesprochen und nicht von „Waldmenschentum“, wie andernorts.
Doch auch hier wieder die römisch blühenden Landschaften! Man kanns wirklich nicht mehr hören, noch lesen wollen!

Doch es gibt zum Schluß wirkliche Freude am Artikel und den Ausgräbern.

  Die Funde  1 und 2  sind beispielhaft und wichtiger als es auf den ersten Blick erscheint. Der Rabenkopf, - denn um einen solchen handelt es sich hier, wie der Eber finden sich im „Bestiarium von Holthausen“ wie in der germanischen Sprachmetaphorik in der vordersten Reihe!

Das „Bestiarium“ ist leider noch nicht optimal aufgestellt, weil es zunächst der „Deutschen Waldjugend“ als Rätsel diente, doch ich will diesen Mangel schnellst möglich beheben.

Der Keiler liegt in VII. „Winkelshütten“ (blau) und die Raben im Kopf des Hirschen IX.  „Cleve“ und in VI. „Pium“ vor. 

Die Rose I. „Barnhausen“ (rot) stellt neben dem „Barenberg“ den {bar}-Begriff (siehe Lex Hare).
Doch lesen Sie am besten alles selbst und entscheiden Sie! 

Nachbemerkung:
  Der Hinweis der Archäologen, das die Grabstätten der Gehöfte stets auf der anderen Bachseite zum Gehöft gefunden wurden, hat nichts, wie hier zu lesen ist mit dem Mythos des „Charon“*  besser des „Styx“ zu tun, der hier der Merowingerzeit zugeschrieben wird. Dieser Umstand ist ganz pragmatisch! Leichenabsonderungen überwinden nicht die Bachniederungen (also die Strömungskehle des Wassers) und so verseuchen folglich nicht die Brunnen der gegenseitigen Hofstellen!  
*(Der Begriff "Charon" ist aus der Sicht der "Lex Hare" und des "Hardit" ungeheuer wichtig!
Ich werde in auf der Seite "Hardit" hier im "ite" vorstellen und in die Geschichtszusammenhänge der Abwehrjahre 9 bis 16 setzen! Die "Germanischen Quellen" stellen einen sagenhaften Schatz dar der uns bis in die Mentalität unserer Ahnen führt!!)

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