Nach langen und kritischen Diskussionen mit meinen Mitarbeitern und Freunden
gelangte ich zum folgenden Ergebnis:
Brief an die Parteien laut
Verteiler:
Betrifft: Die im September
2003 in Haltern der Öffentlichkeit übergebene Varus-Plastik
Varus, der Heinrich Himmler der Antike
(siehe Anlage unter: www. 2000jahre-… : Der „Varus-Himmler-Clot“)
oder:
Wie ein Massenmörder im
Kardinal-von-Galen-Park in Haltern verherrlicht wird
Sehr
geehrte Damen und Herren
Im Rahmen meiner historischen Ausarbeitungen, hier u. a. zum Thema des
Germanenbildes in den aktuellen Medien, in unseren Wissenschaften und der
Politik, stieß ich auf den beiliegenden Presseartikel und den daraus folgenden
Sachverhalt (siehe Anlage S. 2).
Dieser „Clot“ stellt eine völlig neue Dimension der Gewaltverherrlichung und der
Propagierung von Völkermord dar.
Angesichts des hier vorliegenden Geistes der Niedertracht (clot), der mit dieser
„Plastik“ und den Worten darum in unsere Gesellschaft gepflanzt wurde und als
heldenhaft und unbesiegt gefeiert wird, sah und sehe ich mich zur nachstehenden
Stellungnahme gegenüber den Verantwortlichen gezwungen.
Daß dieses Machwerk zusätzlich im
Kardinal-von-Galen-Park zu Haltern aufgepflanzt wurde, macht diesen Vorgang nur
noch ungeheuerlicher.
Dieser ausgerechnet in Westfalen ausgekocht Unflat, ist die erneute und
unentwegte Kreuzigung aller Opfer von Gewalt, zumal das Leid des jüdischen
Volkes aus diesem Geschichtskontext seinen Anfang nahm.
Ihnen diese Hinweise
mit meinem freundlichen Gruß
Herbert Kramer
Anlage: Dokumentation auf 8
Seiten: Der „Varus-Himmler-Clot“ unter:
www.2000jahre-varusschlacht.de
Anlage auf 7 Seiten zum Brief: Varus,
der Heinrich Himmler der Antike
1.
Seite
Hätte es nicht den Artikel
der Zeitung: „Die Glocke“ vom Sept. 2003: „Koch-Kunst für Haltern“ gegeben, wir
wüßten nicht genug über die Hinter- und Beweggründe zu diesem Objekt.
2000 Jahre Abstand zu
Geschehen und Zusammenhängen, - wer wollte da noch Zweifel an einer Varus-Bronze
aufkommen lassen, die in Haltern, an einem illustren Nachmittag, in einem
zweifelhaften Spektakel, der Öffentlichkeit übergeben wurde.
Doch die Worte des
„Koch-Künstlers“, siehe „Die Glocke“ lassen nur schlimmstes erkennen und
schlimmeres vermuten.
Unter dem Deckmantel
freier Meinung und dem Titel „Kunst“ wurde einer der ersten Verantwortlichen
antiker Menschenverachtung und Massenmordes bejubelt und zum Opfer verklärt.
Daß dieser Geist bereits in
der Antike Widerspruch erfuhr und nicht allgemein war, wie oft ausfluchtartig
argumentiert wird und wie wir es vielleicht auch hier erwarten dürfen, belegt
folgendes Zitat:
„Gott
hat alle Menschen als Freie geschaffen; die Natur hat niemanden zu einem Sklaven
gemacht.“
Alkidamas 4. Jahrhundert v.
Chr.
Wie wir sehen können, - es
hat bereits vor 2400 Jahren Moral gegeben und offensichtlich mehr als hier und
heute an dieser Stelle!
Daß der Stadt Haltern ein
solches Kuckucksei ins Nest gelegt wird, ist gegenüber ihren Einwohnern und
politischen Vertretern eine arglistige Täuschung.
In „Wort und Bild“ wurde
hier dem ersten Hauch jenes kalten Ungeistes Geltung verschafft der bis in die
Greuel unserer Zeit führt und der generativ seiner politischen Klientel
zugeordnet werden muß.
Die geistigen Grundlagen von
Dekadenz, Antidemokratie, Menschenverachtung und jedem denkbaren Grauen,
zuzüglich des sich überschlagenden mündlichen Beiwerks Kochs (siehe: „Die
Glocke“), wurden hier verquirlt, verschmolzen und zu dieser Bronze vergossen.
Damit entstand ein 2,4 m
großer Klumpen (sächs.: clot of blood), der den Begriff „Kunst“ zugewiesen bekam
und damit:
Die Ästhetisierung von
Verbrechern und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Haltern einführt.
Jene Mächte und ihre
Ideologie, die erste Völker deportierten und planmäßig (zum kollektiven
Lustgewinn) ausrotteten, werden uns in einer ungeheuren Wertelüge präsentiert.
Täter werden zu Opfern und
als bewunderungswürdig vorgestellt und Opfer werden schlicht zu unmoralischen
Tätern.
Das ein solches Un-„Ding“
auf westfälischem Boden ausgekocht wurde, muß uns alle beschämen, -
so man Scham besitzt.
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Der Artikel zum
und als „Clot“ der Zeitung:
„Die
Glocke“
Freitag den 26. September
2003 (hier ohne Photo)
Der Artikel:
Koch-Kunst für Haltern:
Varus, nackt, gescheitert
Rietberg (gl)
„Es war eine ganz neue
Erfahrung für Dr. Wilfried Koch aus Varensell:
Zum ersten Mal in seinem
langen Künstlerleben hat er eine Auftragsarbeit abgeliefert. Aber er hat es gern
gemacht, liegt ihm das Thema als Kunsthistoriker doch besonders am Herzen. Die
2,40 Meter große Bronzeskulptur des Varus steht seit dem Wochenende im
Kardinal-von-Galen-Park in Haltern.
Möglich gemacht hat dieses
Projekt die Kulturstiftung von Dr. Horstfried Masthoff, deren Ziel es ist, Kunst
und Kultur in Haltern zu fördern. Der Gründer kennt Dr. Koch seit 1996, als
dieser in Telgte eine große Ausstellung hatte. Und von diesem Zeitpunkt an war
es für Masthoff klar: „Ich möchte für Haltern einen echten Koch haben.“
Das Thema, auf das sich die
Skulptur beziehen sollte, lag nahe. In Haltern gibt es das am besten
dokumentierte Römerlager nördlich der Alpen, ein „wunderbares Römermuseum“
(Koch) dokumentiert diese Epoche um Christi Geburt. Masthoff hatte die Idee, daß
eine Plastik in der Innenstadt eine gelungene Verbindung zum außerhalb liegenden
Museumsbereich schaffen könnte.
Auch über eine historische
Figur bestand bald Einigkeit. „Ich bin froh, daß man keinen Hermann von mir
wollte“, schmunzelt Koch. Mit dem hat er nämlich so seine Schwierigkeiten, auch
wenn das berühmte Denkmal im Teutoburger Wald weithin bekannt und beliebt ist.
Nein, Hermann, eigentlich
Arminius, römischer Bürger, Ritter und Anführer germanischer Hilfstruppen, habe
aus reinem Machtgedanken damals seinen Tischgenossen Varus in einen Hinterhalt
gelockt und ihm eine schmachvolle Niederlage zugefügt. „Das war ein Verrat von
schier unvergleichbarer Größe“, zürnt der Varenseller.
Publius Quinctilius Varus
also ist der tragische Held* jener Schlacht im Jahre 9 nach Christus, von der
die „Herminniden“, wie Koch sie verächtlich nennt, mit falschem Nationalstolz
noch schwärmen. Den Varus stellt auch seine Bronzeplastik dar, „ein
gescheiterter Mann, nicht ein besiegter Mann.“
Kochs Varus ist nackt. Er
ist ausgehöhlt, und die Fetzen seines Mantels hängen an seinem Leib. „Am
wichtigsten aber war mir sein Gesicht. Es soll nicht nur seinen Schmerz zeigen,
sondern auch die tiefe Verachtung für den Verrat und den Verräter.“ Der
Geschlagene nahm sich das Leben.
Stifter Dr. Horstfried
Masthoff freute sich bei der offiziellen Übergabe der Skulptur, daß auch Dr.
Wilfried Koch und seine Frau Hilde erschienen waren. Er erinnert sich, daß er am
Anfang ein wenig zurückhaltend gewesen sei, seinen Wunsch vorzutragen: „Meine
Scheu lag an dem Renommee, das Sie als Künstler genießen.“ Doch nach den ersten
persönlichen Begegnungen sei alles ganz einfach gewesen. Masthoff: „Eine Ihrer
besonderen Stärken als Künstler ist das Darstellen von Menschen in emotionalen
Grenzsituationen. Sie waren also prädestiniert für diese Aufgabe.“
(* zu „tragischer Held“
siehe: „II. Sklaven …(* …)“
Seite 2
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Dokumentation und
Quellengrundlagen zum Schreiben:
Varus, der Heinrich Himmler der Antike,
An die politischen
Vertretungen der Stadt Haltern:
Wie es angesichts der
genannten und bekannten Dokumentationen (museal und historisch), zu solchen
Aussagen und Auslassungen wie im obigen Text kommen konnte, kann mit
Unwissenheit nicht abgetan werden; zumal sich der „Koch-Künstler“ als Historiker
ausweisen läßt.
Antike
Stimmen dazu:
Velleius,
Casius Dio, Florus, Manilus, Sueton, Flavius Josephus, Cato, Tacitus und andere:
1. Zunächst Tacitus über
Drusus* (Der Ausruf einer germanischen Priesterin):
„Wohin willst du denn,
unersättlicher* Drusus? Es ist dir nicht beschieden, alles hier zu sehen!“
(*Drusus, der erste Eroberer
großer Teile des rechtsrheinischen Germaniens (auch des Raumes Haltern); (*An
dieser Stelle erkennen wir, wie die Römer von germanischer Seite als gierige
Vögel wahrgenommen wurden: lat. avis = Vogel; avidus = gierig.
Die Römer (mit ihrem Adler)
waren als Finken verschrien; aus dieser Zeit stammt das negative Stigma dieses
Vogels. Die Gierigen hockten vornehmlich auf den „Finkenbergen“ und an den
„Finkenherden“; engl. finch-herd = Finkenpöbel.
Und auch Varus stellte unter
den Römern keine Vogel-Ausnahme dar.)
I.
Zur Person Varus*:
(*Statthalter Germaniens von
7 bis 9 n. Chr., davor Statthalter auch von Judäa)
2. Velleius:
„Quinctilius Varus, aus
einer mehr bekannten als vornehmen Familie, war ein Mann von mildem Wesen,
ruhigem Betragen, an Körper und Geist wenig regsam, mehr an der Muße des Lagers
als an rechten Kriegsdienst gewöhnt. Wie wenig er übrigens das Geld verachtete,
zeigt Syrien, das er verwaltet hatte.
Arm kam er in das reiche
Syrien, reich verließ er das arme.“
Das Varus alles andere als
vornehm war, wie Velleius ausführt, zeigen uns die Praktiken des Varus um das
römische Besatzungs- und Kriegsrecht. (siehe u. a. 7. und Sklaverei. II. )
Varus war es, der den
„Syrischen Aufstand“ niederschlug und in Jerusalem unter anderem 2000
Aufständische ans Kreuz schlagen ließ. Dazu:
3. Flavius Josephus 17. Buch
10. Kapitel
Varus „befahl die oberhalb
von Ptolemais wohnenden Galiläer mit Krieg zu überziehen“. … (Die Befohlenen)
„äscherten die Stadt Sepphoris ein und verkauften ihre Einwohner in die
Sklaverei*.“ ….
Varus Hilfstruppen „legten
Arus (Dorf), ……, in Asche.“ Sie zogen weiter und „plünderten und verbrannten
einen anderen sehr befestigten Ort mit Namen Sampho. Auch was ihnen sonst auf
dem Marsch in die Quere kam, verheerten sie durch Feuer und Schwert.“ Varus
verbrannte Emmaus (jüd. Stadt) und wandte sich gegen Jerusalem. Alsdann ließ er
das ganze Land nach Aufständischen** durchsuchen. Er hätte auch viele begnadigt
(was nicht: freigesprochen heißt)! „Im ganzen wurden 2000 um dieser Ursache
willen ans Kreuz geschlagen“ (siehe * II „Die Sklaven …“ u. **III „Der
Widerstand …“).
4. Velleius weiter:
„Als er das in Germanien
stehende Heer befehligte, hielt er die Germanen für Menschen, die außer den
Gliedmaßen nichts Menschliches an sich hätten.“
5. Velleius (II, 117):
„Er glaubte, wenn diese
durch das Schwert nicht gezähmt werden könnten, so würden sie durch die
Rechtsprechung gebändigt werden. Mit diesem Vorsatz zog er in Germaniens Mitte
hinein wie zu Männern, die sich der Süße des Friedens erfreuten, und verbrachte
den Sommer mit Rechtssprechungen und förmlichen Verhandlungen vor dem Tribunal
als Gerichtsherr.
… so daß er zuletzt sich
vorkam, als spräche er als Prätor auf dem Forum der Stadt (Rom) das Recht und
befehligte nicht mitten in Germanien ein Heer.“
Seite 3
-6. Florus II 30, 29 sagt
dazu:
„Sie (die Germanen) begannen
den Hochmut und die Willkür des Quinctilius Varus ebenso zu hassen wie sein
grausames Regiment.“
7. Und Tacitus (B. 1 58-59)
läßt Arminius ausrufen:
„Niemals würden die Germanen
verzeihen, daß sie zwischen Elbe und Rhein Rutenbündel und Henkersbeile,
Advokaten und römische Zwingburgen hätten sehen müssen.“
8. Velleius (II, 118)
sagt:
„Arminius … war ein
ständiger Begleiter auf unserem früheren Feldzug gewesen. … Treffend erkannte
er, daß niemand schneller überwältigt wird als der, der nichts Schlimmes ahnt,
und daß meistens die Sorglosigkeit der Anfang des Unglücks ist. Daher machte er
anfangs nur wenige, dann mehrere zu Vertrauten seines Planes. Er behauptete und
überzeugte sie, daß die Römer überwältigt werden können. Seinem Entschluß läßt
er Taten folgen: Er setzt den Zeitpunkt für den Überfall fest.“
9. Casius Dio 65, 18 – 23
„Und kaum* hatte sich ihre
(Arminius) Feindschaft herausgestellt, da richteten sie schon unermesslichen
Schaden an.“
Dieses „*kaum“, zeigt uns,
wie übergangslos und überraschend Arminius Wechsel der Lager stattfand. Auf das
„kaum“ folgte augenblicklich der „unermessliche Schaden“. Wie das bei 20.000
Mann römischer Truppen möglich war, wird im Punkt 11. von Manilus in Zeile 3-4
ersichtlich!
(dazu ff. Bd. I.)
10. An späterer Stelle sagt
Velleius (II 118) weiter:
Varus und seine Legionen,
die ….
„von demselben Feinde bis
zur Vernichtung zusammengehauen wurde, (dem Feind) den es so immer wie das Vieh
niedergemetzelt hatte, so daß über dessen Leben oder Tod bald der Zorn, bald die
Nachsicht bestimmte.“
11. Und im Gedicht des
Manilus (ca 12 n. Chr.) steht bezüglich Arminius (Zeile 2; „Täuschung“):
„Singende Feuer verkünden auch Kriege und plötzlichen Aufruhr,
und sie verkünden Waffenerhebung bei heimlicher Täuschung,
wie alsbald unter Bruch des Vertrags durch entlegenste Völker*,
als das wilde Germanien den Feldherrn Varus hinwegriß
und mit dreier Legionen Blut die Felder durchtränkte,
brannten in aller Welt verstreut die drohenden Lichter,
und sogar die Natur erhob den Krieg durch die Feuer,
warf ihre Kräfte entgegen
und kündete drohend das Ende.
(*Zur Zeile 3: „entlegenste
Völker“: Diese stammten deutlich nicht aus dem westfälischen Großraum. Das
Rhein- Elbgebiet, längst (20 Jahre) römisch durchdrungen, war von Rom schon mehr
als nahe liegend verstanden und bis Varus gänzlich erschlossen*, ganz zu
schweigen vom heutigen „Westphalian“.
Varus zog durch befreundete
Gebiete, heißt es auch dazu.
(*Marktbreit (Großkastell am
Main), Waldgirmes (komplette Römerstadt in Stein gebaut, 100 km östlich des
Rheins, bei Giessen), Aliso (im Herzen Westfalens, Ennigerloh) und die
Systematik der Loh-, Ale- und Finken-Orte im gesamten Okkupationsgebiet, ff. in
Westphalen (Karten 1 bis 4 zum Bd. II), zeigen dies.)
12. Theodor Mommsen V 36
(nennt schwersten germanischen Widerstand bereits vor Varus)
„Ahenobarbus … (der
bereits) in seiner illyrischen Statthalterschaft die Elbe (bei Schweinitz)
überschritten hatte, ohne Widerstand zu finden, erntete später als Statthalter
Germaniens dort keine Lorbeeren.“ (Er hatte die Statthalterschaft 10 Jahre inne,
in der er bereits die Oderlinie für Rom zu sichern suchte.) und weiter: „Nicht
bloß die Erbitterung, auch der Mut der Germanen war wieder im Steigen und im
Jahre 2 erscheint das Land (Germanien) im Aufstand …“
Als „immensum bellum“,
ungeheurer Krieg, gingen diese römischen Rückschläge (2 bis 4 n. Chr.), bisher
gänzlich im Dunkel liegend in die Geschichte ein. Doch die „Germanischen
Quellen“ erschließen uns auch hier mit konkreten Hinweisen diese Zusammenhänge,
so daß die entlegensten Völker ihren Lebensraum finden. (Bd. II; Karte 1).
Seite 4
-13. Sueton, Augustus 23:
„Schwere und schimpfliche
Niederlagen hat der Kaiser überhaupt nur zwei erlitten, unter dem Kommando des
Lollius und unter dem des Varus … Die unter Varus war nahezu vernichtend, da
drei Legionen mitsamt ihrem Feldherrn und den Legaten und sämtlichen
Hilfstruppen fielen.“
14. Tacitus B. I 57-58 (zu
Augustus)
„Er (Segestes Sohn, ein
Cherusker) war nämlich in dem Jahr, wo Germanien abfiel, zum Priester am
Augustusaltar* der Ubier (Köln) erwählt worden, …, war aber zu den Rebellen
geflohen.“
*Um die Wirkung dieser röm.
Egomanie ist kaum ein nennenswerter Kommentar zu finden. Daß auch die Germanen
in der Idiotie der Kaiser-, der Menschenanbetung! eine ernste Lästerung ihrer
Götter und eine Beleidigung ihrer selbst erblicken mußten, ist ohne weiteren
Kommentar deutlich.
Diese Vorkommnisse um Varus,
seine und die Greuel Roms, sind in allen einschlägigen Werken bekannt und
beschrieben. Dazu ein weiterer Ausschnitt um Germanien:
Julius Caesar ließ tausende
von Frauen und Kindern (im Raume der Mosel und Saale) niedermetzeln*;
die Eburonen (Raum der Maas)
wurden ausgerottet,
die Sugambrer (als die
nächsten Nachbarn Halterns, zwischen Lippe und Ruhr) ebenso, anders als bisher
gedacht, zu größten Teilen ausgerottet!
(*Aufgrund dieses
Völkermordes forderte Cato im Senat die Auslieferung Julius Caesars an die
Feinde (Germanen). Wir erkennen die Ungeheuerlichkeit der Tat des J. Caesar!
Wenn sogar ein Cato ( vergleiche mit Cato in: „II Die Sklaven …“).
All dies beschreiben die
römischen Quellen selbst. Und auf diesen offenen Leichenzug springen Koch und
einige Historiker entschuldigend und wohlwollend auf:
„aber er hat es gern
gemacht“, „für den Gescheiterten und Unbesiegten.“
Welch eine bösartige
Perversion!
Doch zum gebrachten
schnellen Tod durch Roms Waffen gab es noch eine Steigerung der von Masthoff
hervorgehobenen „emotionalen Grenzsituationen“.
Die fand sich im römischen
Umgang mit ihren Sklaven und in der Art und Weise ihrer Tode.
II. Die Sklaven Roms
(*hier liegt die eigentliche Tragik
dieser Epoche! Zu: „tragischer Held“ „Die G.“)
Auch bei diesem Thema
begegnen uns keine Unbekannten römischer Macht- und Gewaltpolitik.
„Allein Julius Caesar
“erbeutete“ nur in Gallien eine Million Menschen. Welche Bedeutung der Handel
mit der “Ware“ Mensch im Römischen Reich einnahm, ist etwa daran zu erkennen,
daß auf der Insel Delos (Griechenland) bisweilen bis zu 10.000 Sklaven pro Tag
“umgesetzt“ wurden.“ (Museion 2000)
Theodor Mommsen beschreibt
in seiner „Römischen Geschichte“, daß es in Kilikien (heute ein Teil der Türkei)
keine Menschen mehr gab, weil jene allesamt weggefangen worden seien.
Seneca überliefert*
eine Episode des röm. Kaisers Augustus (63 v. – 14 n. Chr.), des Dienstherren
des Varus.
„Augustus war bei Vedius
Pollio zu Tisch. Von dessen Sklaven hatte einer ein Kristallgefäß zerbrochen.
Vedius gab den Befehl, ihn sofort umbringen zu lassen, aber er solle nicht eines
gewöhnlichen Todes sterben. Man solle ihn den Muränen vorwerfen, deren er sehr
große in seinem Fischteich hielt.“
(*aus: De clementia;
„Über die Milde“)
Ebenso war die Kreuzigung,
die häufigste Art, einen straffällig gewordenen, nach einem Fluchtversuch wieder
eingefangenen, oder auch bloß missliebig gewordenen Sklaven hinzurichten.
Kaiser Augustus rühmte sich
selbst damit.
Er habe 30.000 entflohene
Sklaven wieder eingefangen und alle, die von ihren Herren nicht innert
nützlicher Frist zurückverlangt worden waren, ans Kreuz schlagen lassen.
Seite 5
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Cato formulierte es wie
folgt, aus „De agricultura“, „Vom Landbau“ (2,7):
Es sei nicht die Aufgabe des
Herrn sich um diese Schwachen zu kümmern, sondern:
„alt gewordene und
kränkliche Sklaven ebenso wie alte Ochsen, schwächliches Großvieh, mit einem
Makel behaftete Schafe, Wolle, Häute, altes Fahrzeug, altes Eisenzeug und alles
andere unnütz gewordenes Zeug“
loszuwerden und so gut wie nur irgend möglich zu verkaufen.
Den in der Landwirtschaft
eingesetzten Sklaven ging es noch gut, wenn wir sie mit den Minensklaven
vergleichen.
Diese wurden ähnlich den
KZ-Gefangenen in den „Arbeits“-Lagern des NS-Regimes eingepfercht, die auch
durch berechnete* Auszehrung (* vor gerade 60 Jahren hieß das hier:
„Vernichtung durch Arbeit“) gemordet wurden.
Maximal 2 Jahre Aufenthalt
in einer solchen Grube, einem solchen Loch, war diesen ärmsten Kreaturen
gegeben.
Carthago Nova, das heutige
Cartagena verfügte über eine solche Mine. 209 v. Chr. eroberten die Römer diese
Stadt, in deren Gruben 40.000 Sklaven dauernd arbeiteten. Auch hier verbluteten
Menschen ganz Europas und Vorderasiens.
Aus einer ähnlichen
ptolemäischen Goldmine liegt uns ein Bericht vor:
„Die Zahl der in die
Goldbergwerke verbannten Menschen ist sehr groß, und alle sind sie an den Füßen
gefesselt und müssen ohne Unterbrechung Tag und Nacht arbeiten. Es gibt für sie
kein Ausruhen und keine Möglichkeit zur Flucht. […] Das durch Feuer gelockerte
Gestein wird von Zehntausenden dieser Unglücklichen mit ihren Brechwerkzeugen
bearbeitet. […]
Je nach Lage des Gesteins
hauen sie die Gesteinsbrocken unter allerlei Verrenkungen ihres Körpers los und
werfen sie auf den Boden. Diese Arbeit verrichten sie ununterbrochen und unter
den wüsten Flüchen und der unbarmherzigen Peitsche ihrer Aufseher. […]
Keiner findet Nachsicht
oder Erholung, mag er krank, gebrechlich, alt oder eine schwache Frau sein. alle
werden in gleicher Weise durch Schläge zur Arbeit angetrieben, bis sie
schließlich, von den Strapazen gebrochen, an ihren Leiden zugrunde gehen. Ihr
Elend ist so groß, daß sie künftiges Leid noch mehr als das gegenwärtige
fürchten, und die Strafen sind so hart, daß ihnen der Tod wünschenswerter
erscheint als das Leben.“
Nach Diodor III 12 f.
Daß das Kolosseum in Rom,
als erste Großunterhaltung der Massen in diesem Kontext eine eigene
„Qual-ität“ aufwies, bedarf,
so denke ich, keines weiteren Wortes.
Zur Eröffnung wurden ca.
5000 Menschen geschlachtet und Kaiser Trajan schickte anläßlich eines Sieges
10.000 Gladiatoren und 11.000 Tiere ins Rund.
III. Der Widerstand der
Völker gegen Rom
Daß es gegen diese Zustände
Aufstände und Revolten gab zeigt uns ebenfalls die Geschichtsschreibung.
Doch erst die Goten setzten
diesem röm. Treiben im Kolosseum und dem der Gladiatorenkämpfe ein Ende. (Wie
wir hier und an anderer Stelle beschrieben bekommen: Die oft beschrieenen
„Wilden“ führten Menschenrechte und Kultur ein!)
Daß es (73 bis 71 v. Chr.)
einen Spartakus-Aufstand gab, also 80 Jahre vor Arminius, zeigt die Kontinuität
dieser röm. Menschenfresserei.
Als das Volk der Juden (66
bis 70 n. Chr.), einen weiteren Aufstand wagte (Der Jüdische Krieg, Flavius
Josephus) wurde es in Massen in die Sklaverei geführt und ihr Tempel zerstört.
All jene haben die Römer,
„aus reinem Machtgedanken“ (wie Koch Arminius einfältig vorwirft), in
Ermangelung Kochscher Kreativität nicht begreifen können.
Doch dabei hilft uns heute
Koch, der Arno Breker der Römer, der sich auf Pathos versteht, den er aus dem
hohlen Glockenkörper seiner Bronze tönen läßt:
„Am wichtigsten aber war mir
sein Gesicht. Es soll nicht nur seinen (Varus!) Schmerz zeigen, sondern auch die
tiefe Verachtung für den Verrat und den Verräter.“
Seite 6
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Daß der in Rom erzogene
Arminius diese Zustände erfuhr, erlebte und sein Denken davon beeinflußt war,
wächst sich zu einem der ungeheuerlichen Vorwürfe eines Dr. Koch gegenüber
Arminius aus! Wer über Moral verfügt und sich für diese einsetzt, muß von Koch
hören: „Das war ein Verrat von schier unglaublicher Größe.“ zürnt (der
zuvor noch „schmunzelnde“, dann der „verächtliche“) der Varenseller.“
Über was für eine Moral
verfügt dieser „Bronzebäcker“!
„Eine Ihrer besonderen
Stärken als Künstler ist das Darstellen von Menschen in emotionalen
Grenzsituationen. …“, so Masthoff.
Hier überschreitet jemand
alle Grenzen! sowohl die emotionalen, wie die geistigen, wie die des Anstands
und was es sonst für Grenzen gibt.
In einem brodelnden Kochtopf
gibt es keine Grenzen:
Wenn die Schlächter zu
Opfern werden und die Opfer die Täter sind, dann wird ein drastischer Vergleich
nötig:
Die Himmler-Analogie
Stellen Sie sich vor,
Kochs übergeben in 2000 Jahren einen Heinrich Himmler, oder Gauleiter Koch in
Warschau, oder einen Eichmann in Tel Aviv der Öffentlichkeit und das unter
gleichzeitiger Schmähung der Opfer und des Widerstandes jüngster Vergangenheit.
Stellen Sie sich den
„Glocke-Text“ mit einem der obigen Namen durchtränkt vor!
Sie erkennen die
Ungeheuerlichkeit! zu der kein weiteres Wort mehr paßt und gehörte.
Bronze kann wieder
eingeschmolzen werden, - die Schreie der Opfer aber, die um die Welt kreisen,
fängt niemand ein.
Doch eines muß sich ein Koch
merken, der in einem solch braunen Römerkochtopf rührt:
Die Elendsschreie, ganz
gleich welcher Epoche werden nicht durch Unwahrheiten und Unlauterkeit erstickt!
Wie die jüngsten
Forschungsergebnisse (SPIEGEL 11 – 4) bestätigen*, stellen sich die Römer
auch Germanien betreffend nicht als die Zurückhaltenden vor. (*dazu der Bd. II
u. II b, sowie die Karten 1 bis 4)
Die Römer waren keine
Kultur- und Heilsbringer, wie uns die Kochfraktion Glauben machen will. Rom war
ein gefräßiges Ungeheuer und lebte von Raub und Menschenfleisch.
Unser Westfalen,
sächsisch „Westphalian“ zeigt uns mit seinem Namen, daß ein Volk gegen diesen
Terror geschlossen aufstand und siegte.
Und von der Geschlossenheit
dieser Kochgeschmähten, wie auch von einem Kardinal von Galen, könnten wir für
den Widerstand gegen die aktuellen Bedrohungen, unserer Wertegemeinschaft Mut
und Entschlossenheit erfahren.
Dazu:
Westphalian
(Westfalen)
„Das Rote Land“
Das Land in dem und für das so viel Blut vergossen wurde.
An dieser Stelle wird es nun Zeit das nur noch im Englischen erhaltene
Westphalian zu würdigen und als Titel des Großraumes germanischen Widerstandes
vorzustellen.