Zu
dieser Arbeit:
Der Verlust des „Heiligen Kreuzes“:
Zum Abschluß dieser Arbeit erscheint es so, als ginge es ausschließlich um die
Folgen der Inquisition, die bis heute andauern.
Die
Geisteswissenschaften des Abendlandes und ihre heutigen Vertreter (ohne daß
diese eine Ahnung davon haben) stellen in der von ihnen fortgeführten
Irrationalität des inquisitorischen Geistes und der daraus abgeleiteten
Omnipotenz und Unfehlbarkeit, das evolutionäre Endglied einer geistigen Kette,
die sich auf „die Scheibe, die Eindimensionalität des Geistes“ gründet.
Dabei bedienten sie sich mittels ihres {late
in} ihrer eigenen, der Sprech- und Sprachwelt entzogenen Begriffe, denen
ihre Ursprünge beraubt wurden und die sie neu erfanden, um sie darauf mit Feuer
und Schwert der Welt aufzuzwingen.
Die
Wissenschaften der Natur hatten immer wieder spektakuläre Abgrenzungen und
Emanzipationskämpfe mit den Vertretern und Nachkommen der Inquisition und ihrem
Weltbild zu bestreiten.
Daß die Naturwissenschaften aber nur die eine Seite jener Münze des abendländischen
Geistes darstellten hatte bisher keine Wahrnehmung gefunden; wobei die Tragweite
dieses Mangels, als die Unmöglichkeit einer Emanzipation von dieser
„Inquisitorischen Moderne“ anzusehen ist. Und das gilt auch für die
Nomenklatur der Aufklärung.
In
dieser Broschüre geht es um das zweite Gesicht des Janus, das der „Modernen
Geisteswissenschaften“.
Seit
weit mehr als 500 Jahren stellen diese Geisteswissenschaften, des alten weströmischen
Gebietes, die Scheibe ihres Geistes in den Mittelpunkt einer Welt, die auf Blut
und Dogmen gegründet ist.
Dabei erklärten sie ihre Sprache, mit ihren, von ihnen erfundenen neuen Wertemaßstäben,
zum Nabel der Welt.
Daß ihnen das Prinzip der Wandlung, Jesus Christus selbst, abhanden kam, nahmen
sie offenbar nicht nur billigend in Kauf, sondern scheinen mit Vorsatz diese
Auslöschung zu ihrem Ziel gemacht zu haben.
Die Folgen dieses Tun schlugen sich nicht nur in den ungezählten Scheiterhaufen
von Bücher- und Menschenverbrennungen nieder, die Europa in ein diffuses Licht
tauchten, sondern führten in eine Entseelung ihrer eigenen Vorstellungs- und
Begriffswelt.
Mit ihrem Weltbild, dem der gescheiteten, bzw. gescheiterten Erleuchtung“, überzog
ein „imperialer Kolonialismus des Geistes“ die Länder dieser Welt und
pflanzte seine irren Regeln in die Geistesböden auch der ihnen fernsten und
unverstandensten Kulturen.
Eine die eigene Kultur und ihre Gründe zerstörende Haltung wird durch diese
Arbeit deutlich, so daß die Geisteswissenschaften ihre Schwesternschaft neben
der des Naturwissens neu zu finden vermögen.
Gott mit seinem von unseren vorinquisitorischen Ahnen formulierter Anspruch wird
damit erneut auf dem Thron der Wandlung gesetzt und darstellbar. Damit erfährt
der Glaube wieder jene Position, die er vor der Inquisition des Terrors inne
hatte.
Herbert
Kramer
ISBN 3-929653-68-0